Welche Pflichtangaben braucht ein Onlineshop?

Von Norman, storeondemand · veröffentlicht am

Kurz gesagt

Ein Onlineshop für Verbraucher braucht ein Impressum nach § 5 DDG, Gesamtpreise mit Hinweis auf die enthaltene Umsatzsteuer, die Höhe der Versandkosten, bei Waren nach Gewicht oder Volumen den Grundpreis, Lieferzeit und wesentliche Merkmale, einen Button „zahlungspflichtig bestellen“, eine Widerrufsbelehrung mit 14 Tagen Frist, seit 19. Juni 2026 eine Widerrufsfunktion, eine Datenschutzerklärung und die akzeptierten Zahlungsarten.

Was gehört ins Impressum?

Rechtsgrundlage ist § 5 DDG. Die Angaben müssen „leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar“ sein und ständig verfügbar gehalten werden. In der Praxis heißt das: ein Link „Impressum“ auf jeder Seite, meist im Footer.

  • Name und Anschrift, bei juristischen Personen zusätzlich Rechtsform und Vertretungsberechtigte (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 DDG).
  • Angaben zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme, einschließlich E-Mail-Adresse (Nr. 2).
  • Handelsregister und Registernummer, falls eingetragen (Nr. 4).
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nach § 27a UStG oder Wirtschafts-Identifikationsnummer, falls vorhanden (Nr. 6).

Was muss bei jedem Preis stehen?

Gegenüber Verbrauchern gibst du immer den Gesamtpreis an, also inklusive Umsatzsteuer (§ 3 PAngV). Im Fernabsatz kommt nach § 6 PAngV dazu: der Hinweis, dass die Preise die Umsatzsteuer enthalten, und ob Versandkosten anfallen. Fallen sie an, ist nach § 6 Abs. 2 PAngV ihre Höhe anzugeben, soweit sie sich vernünftigerweise im Voraus berechnen lässt. Ein bloßes „zzgl. Versand“ ohne Betrag reicht dann nicht.

Ein Beispiel mit ausgedachten Zahlen: Ein Seidentuch kostet 89,00 €, der Versand innerhalb Deutschlands 4,90 €. Am Angebot steht dann „89,00 € inkl. MwSt., zzgl. 4,90 € Versand“, im Warenkorb die Summe von 93,90 €. Gibt es einen Gratisversand ab einem Bestellwert, nennst du die Schwelle ebenfalls, damit die Höhe der Versandkosten für jede Bestellung ablesbar ist.

Verkaufst du Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche, gehört der Grundpreis dazu, zum Beispiel 51,60 € je kg bei 250 g Kaffee für 12,90 €. Details und Ausnahmen stehen unter Grundpreis im Onlineshop.

Welche Informationen braucht die Produktseite?

Die vorvertraglichen Informationen regelt Art. 246a § 1 EGBGB. Für einen typischen Warenshop sind vor allem diese Punkte relevant:

  • Die wesentlichen Eigenschaften der Ware, etwa Material, Maße, Füllmenge (Abs. 1 Nr. 1).
  • Zahlungs-, Liefer- und Leistungsbedingungen und der Termin, bis zu dem du lieferst, zum Beispiel „Lieferzeit 2 bis 4 Werktage“ (Nr. 10).
  • Das gesetzliche Gewährleistungsrecht mit seiner Mindestdauer von zwei Jahren, in hervorgehobener Weise mit der harmonisierten Mitteilung nach der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960 (Nr. 11). Die zugrunde liegende Richtlinie (EU) 2024/825 ist seit 27. September 2026 anzuwenden.

Was gilt im Bestellprozess?

Spätestens bei Beginn des Bestellvorgangs musst du angeben, ob Lieferbeschränkungen bestehen und welche Zahlungsmittel du akzeptierst (§ 312j Abs. 1 BGB). Unmittelbar vor dem Absenden fasst du Ware, Gesamtpreis und Versandkosten noch einmal hervorgehoben zusammen (§ 312j Abs. 2 BGB). Der Bestellbutton selbst muss „zahlungspflichtig bestellen“ oder eine gleich eindeutige Formulierung tragen, sonst kommt kein Vertrag zustande. Mehr dazu unter Button „zahlungspflichtig bestellen“.

Nach § 312i BGB brauchst du außerdem eine Möglichkeit, Eingabefehler vor der Bestellung zu korrigieren, eine unverzügliche elektronische Eingangsbestätigung und die Möglichkeit, die Vertragsbestimmungen samt AGB bei Vertragsschluss abzurufen und zu speichern.

Was gilt für Widerruf und Datenschutz?

Verbraucher haben bei Fernabsatzverträgen ein Widerrufsrecht von 14 Tagen (§ 355 Abs. 2 BGB). Du musst über Bedingungen, Fristen und Verfahren belehren und das Muster-Widerrufsformular bereitstellen (Art. 246a § 1 Abs. 2 EGBGB). Fehlt eine korrekte Belehrung, beginnt die Frist nicht; das Widerrufsrecht erlischt dann spätestens nach zwölf Monaten und 14 Tagen (§ 356 Abs. 3 und 4 BGB). Seit 19. Juni 2026 kommt die elektronische Widerrufsfunktion dazu, siehe Widerrufsbutton im Onlineshop.

Nicht jede Ware ist widerruflich. § 312g Abs. 2 BGB nimmt unter anderem nach Kundenwunsch angefertigte Ware (Nr. 1), schnell verderbliche Ware (Nr. 2) und versiegelte Hygieneartikel nach Entfernen der Versiegelung (Nr. 3) aus. Darüber musst du ebenfalls informieren (Art. 246a § 1 Abs. 3 EGBGB). Für eine Manufaktur mit gravierten oder maßgefertigten Stücken ist das ein wichtiger Punkt in der Belehrung.

Für die Datenschutzerklärung gilt Art. 13 DSGVO: Wer personenbezogene Daten erhebt, etwa bei Bestellung oder Kontoanlage, informiert zum Zeitpunkt der Erhebung unter anderem über Namen und Kontaktdaten des Verantwortlichen, Zwecke und Rechtsgrundlagen.

Welche Pflicht gilt für B2C, welche auch für B2B?

Die Preisangabenverordnung regelt nur Preise „gegenüber Verbrauchern“ (§ 1 Abs. 1 PAngV). Auch Button-Lösung, Widerrufsrecht und Widerrufsfunktion schützen nur Verbraucher. Impressum, Datenschutz und die allgemeinen Pflichten aus § 312i BGB gelten dagegen auch im reinen B2B-Shop, wobei Unternehmer untereinander von § 312i Abs. 1 Nr. 1 bis 3 abweichen dürfen.

PflichtNormB2CB2B
Impressum§ 5 DDGjaja
Gesamtpreis, MwSt-Hinweis, Versandkostenhöhe§§ 3, 6 PAngVjanein
Grundpreis§ 4 PAngVjanein
Wesentliche Merkmale, LieferzeitArt. 246a § 1 EGBGBjanein
Zahlungsmittel bei Beginn der Bestellung§ 312j Abs. 1 BGBjanein
Button „zahlungspflichtig bestellen“§ 312j Abs. 3 BGBjanein
Korrekturmöglichkeit, Eingangsbestätigung§ 312i BGBjaja, abdingbar
Widerrufsbelehrung, Widerrufsfunktion§§ 355, 356a BGBjanein
DatenschutzerklärungArt. 13 DSGVOjaja

Wie sieht das im fertigen Shop aus?

Die Portfolio-Demos von storeondemand, etwa Monte Rosso, zeigen an jedem Angebot MwSt-Hinweis, Versandkostenhöhe, Grundpreis und Lieferzeit. Die Rechtstexte selbst (AGB, Widerrufsbelehrung, Datenschutzerklärung) liefert bei storeondemand nicht der Entwickler, sondern ein Rechtstexte-Anbieter deiner Wahl.

Stand: Oktober 2026. Diese Seite ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung; ob eine Pflicht in deinem Shop greift, hängt vom Einzelfall ab.

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Quellen